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Kompostierbarkeit von Folien

Kompostierbarkeit von Folien - Umweltaspekte verstärkt im Fokus

Neben Kunststoffen lassen sich auch Folien längst aus anderen Materialien herstellen. Dabei kommen teilweise organische Materialien zum Einsatz. In diesem Fall handelt es sich dann um so bezeichnete Biofolie. Dieser Begriff stellt allerdings keine geschützte respektive normierte Bezeichnung dar. Folien dieser Art werden immer dann genutzt, wenn Umweltaspekte verstärkt berücksichtigt werden. So besitzen diese Folien durchweg umweltfreundliche Eigenschaften und werden in der Regel aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt. Das bringt gleich mehrere erhebliche Vorteile gegenüber Folien aus klassischen, nicht kompostierbaren Materialien:

  • Rohstoffe, die nachwachsen bzw. sich selbst erneuern, sind weitgehend CO2-neutral. Es entsteht bei ihrer Nutzung kein zusätzlicher Treibhauseffekt.
  • Die endlichen fossilen Ressourcen werden geschont.
  • Die aus nachhaltigen Rohstoffen gefertigten Folien sind kompostierbar und biologisch abbaubar.
  • Folien aus nachhaltigen Rohstoffen sind recycelbar.

Wann können Folien als umweltfreundlich bezeichnet werden?

Grundsätzlich gelten zum Beispiel Verpackungen aus Folien immer dann als umweltfreundlich, wenn bei der Herstellung nur wenige oder bestenfalls gar keine fossilen Rohstoffe benötigt werden. Die simple Formel hierzu lautet: Um so weniger fossile Rohstoffe im Rahmen der Fertigung von Folien genutzt werden, desto weniger CO2 wird bei den jeweiligen Herstellungsprozessen ausgestoßen. Im Fokus steht dabei auch immer die möglichst schadstofffreie und rückstandsfreie Abbaubarkeit der Folien bzw. der Endprodukte.

Es wird zwischen biologisch abbaubaren und biobasierten Folien unterschieden

Im Hinblick auf die Kompostierbarkeit von Folien muss zwischen biologisch abbaubarer Folie und biobasierte Folien unterschieden werden. Bei letzterer Variante handelt es sich um Folien, die ganz oder zumindest teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Gerne genutzt werden zum Beispiel Rohstoffe wie Zuckerrohr, Mais oder Kartoffeln. Abhängig von der Folienart liegt der Anteil der Naturstoffe bei biobasierten Folien zwischen 20 und 100 Prozent. Folien dieser Art müssen allerdings nicht zwingend biologisch abbaubar sein. Aber selbst bei einer thermischen Verwertung zu einem späteren Zeitpunkt fällt die Öko-Bilanz vergleichsweise gut aus.

Wann kann von einer biologischen Abbaubarkeit gesprochen werden?

Biologisch abbaubare Folien sind demgegenüber grundsätzlich kompostierbar. Die jeweilige Zeit des biologischen Abbaus dient dabei als wesentliches Unterscheidungsmerkmal. Die entsprechenden Prüfvorschriften und exakten Methoden sind innerhalb der Europäischen Union (EU) in der DIN-Norm EN 13432 formuliert und spezifiziert. Bleher Folientechnik setzt dabei auf Biofolien, die beide Kriterien erfüllt: Die Kompostierbarkeit von Folien wird gewährleistet und die Folien selbst werden aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt.

Industrielle Kompostierbarkeit von Folien erfolgt innerhalb von maximal 24 Monaten

Demnach muss sich in der industriellen Kompostierung das jeweilige Folienmaterial innerhalb von 24 Monaten zu über 90 Prozent zu Biomasse, Wasser und Kohlendioxid (CO2) abgebaut haben. Dabei müssen klar festgelegte Temperatur-, Sauerstoff und Feuchtebedingungen vorherrschen und Mikroorganismen anwesend sein, die eine entscheidende Komponente bei der Verstoffwechslung darstellen.

Kein vollständiger Zersetzungsprozess in der heimischen Bio-Tonne

Nach der Norm EN 13432 gilt ein Produkt dagegen immer dann als heimkompostierbar, wenn die Verstoffwechslung bzw. der Zersetzungsprozess nach den gleichen Vorgaben wie bei der industriellen Kompostierung innerhalb von 24 Monaten vollständig abgeschlossen ist. Entsorgen die Verbraucher die Biofolien in der eigenen Bio-Tonne, kommt es dabei allerdings nicht zu einem vollständigen Zersetzungsprozess. Dies liegt am Abholzyklus, denn die Tonnen werden in der Regel alle zwei bis drei Wochen abgeholt. Daher wird die entsorgte Folie in nahezu vollständiger bzw. zusammenhängender Form an die Wertstoffentsorgung weitergegeben.

Kompostierbarkeit von Folien - in der Praxis fehlt es an Zeit für den Zersetzungsprozess

Gemäß der aktuellen europäischen Gesetzgebung muss die Kompostierbarkeit von Folien innerhalb von zwölf Wochen gewährleistet werden. Innerhalb dieser Zeitspanne sollte der Zersetzungsprozess vollständig abgeschlossen sein. In der Praxis sieht es aber so aus, dass die Folien in einem Fermenter oder ähnlichen Gerätschaften einem sechs- bis achtwöchigen Gärungsprozess ausgesetzt werden. Dies liegt deutlich unter der Zeit von zwölf Wochen, die laut der EU-Vorschriften für den Zersetzungsprozess veranschlagt werden

Ein Problem hinsichtlich der Kompostierbarkeit von Folien stellt zudem die technische Ausstattung der Wertstoffhöfe dar. Denn die eingesetzten Sortieranlagen können lediglich in seltenen Fällen zwischen Biofolien und herkömmlichen Folien unterscheiden. Dadurch müssen die Wertstoffhöfe die Folien getrennt aussortieren, um sie anschließend der stofflichen oder thermischen Verwertung zuzuführen. Nicht viele Folien finden diesbezüglich einen Weg durch die Sortieranlagen.

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