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Folien-Lexikon

optimont® MF-SC

optimont® MF-SC-Folie – Montagefolie aus BO-PET

Der Begriff Montagefolie stammt aus der Drucktechnik. Er bezeichnete die Folie, auf der Filme „montiert“ wurden, um ein gemeinsames Druckbild zu erzeugen. In der Bezeichnung optimont® MF-SC steht das MF für Montagefolie. Heute steht der Begriff eher für eine bestimmte Qualität von Folien, denn Druckplatten werden heute nur noch in den seltensten Fällen durch Montage von Filmen hergestellt. Andere Verfahren wie Computer to Plate, bei denen Druckplatten über Computerdateien direkt belichtet werden, sind heute gängig. Trotzdem findet optimont® MF-SC in anderen Bereichen der Drucktechnik weiterhin Verwendung.

Des Weiteren werden Montagefolien in vielen, anderen technischen Bereichen eingesetzt. Solche Industriefolien oder technischen Folien werden weiterhin als Montagefolien bezeichnet, obwohl eine Filmmontage auf ihnen nicht mehr stattfindet.

optimont® MF-SC-Folie als technische Folie und Industriefolie

Industriefolienkunden brauchen Folien für die verschiedensten technischen Anwendungen:

  • optimont® MF-SC -Folie bietet als Schutzfolie Schutz vor Staub, Feuchtigkeit, Kratzern oder chemischen Einflüssen zum Beispiel für Gerätebestandteile in der Elektronik und Elektrotechnik.
  • Bei Produktionsprozessen, bei denen ein Produkt mit Hilfe einer Form gefertigt wird, in die das Produkt gegossen oder geblasen wird, kann optimont® MF-SC als Trennfolie dienen. Durch die Trennfolie kann das Produkt einfacher wieder von der Form gelöst werden. Anschließend wird die Trennfolie wieder vom Produkt abgezogen. Gängig ist die Methode bei der Herstellung von GFK-Bauteilen, aber auch bei Formteilen aus anderen Materialien wird die Methode eingesetzt.
  • Zur Unterstützung industrieller Fertigungsprozesse wird optimont® MF-SC -Folie als Prozessfolie verwendet. Anwendungsbeispiele sind Transporthilfefolien oder Trägerfolien. Dabei wird die Folie als Trägermaterial für empfindliche oder dünne Schichten oder Bauteile eingesetzt. Sie spielen zum Beispiel bei der Herstellung von Leiterplatten, Membranen oder Displays eine wichtige Rolle. optimont® MF-SC trägt zur Prozessstabilisierung bei, weil sie flexiblen Materialien mechanische Stabilität verleiht so lange der Herstellprozess dauert. Beispiel hierfür ist die Verarbeitung dünner Folien, Schäume oder Textilien. optimont® MF-SC eignet sich auch als chemische oder thermische Barriere. Bei Fertigungsprozessen wie Laminieren, Pressen oder Heißsiegeln dient sie als Schutzschicht gegen chemische Reaktionen oder Hitze.
  • Beim Bau von Generatoren- oder Elektromotoren dient optimont® MF-SC -Folie als Isolierfolie, ebenso in elektronischen Schaltungen oder bei der Kabelproduktion.
  • optimont® MF-SC wird in vielerlei Anwendungen im Automobilbau eingesetzt. Auch als Folie für Automotive wird optimont® MF-SC zu Schutzzwecken und als Isolierung verwendet.
  • Aus stärkeren Qualitäten von optimont® MF-SC können Stanzteile aller Art hergestellt werden.

optimont® MF-SC -Folie in den Bereichen Druck, Kunst und Design

Der namensgebende Einsatzbereich von Montagefolien ist zwar nicht mehr die häufigste Anwendung, spielt aber noch immer eine Rolle. So werden in künstlerischem Umfeld oder bei Designobjekten aus ästhetischen Gründen die traditionellen Drucktechniken weiterhin verwendet. Die flexiblen Druckplatten beim Flexodruck werden aus Gummi oder Photopolymer hergestellt und es wird eine Trägerfolie benötigt, auf die die Platten aufgebracht werden können. Diese Folien werden Trägerfolie Flexo oder auch Folie für den Flexodruck genannt und können aus optimont® MF-SC-Folie gefertigt werden.

Das gilt auch für andere Druckverfahren. Die beim Hochdruck eingesetzten Klischees können bei manchen Druckverfahren ebenfalls auf einer optimont® MF-SC-Folie montiert werden. Sie werden dann als Folie für Klischees bezeichnet. Zudem sind die Begrifflichkeiten in stetigem Wandel. Der Begriff Klischee wird heute auch für Fotopolymerplatten für den Flexodruck verwendet. Unabhängig davon, wie ein Druckverfahren heißt, der Einsatzbereich der Montagefolie ähnelt sich: Es wird eine dimensionsstabile und hitzebeständige Trägerfolie benötigt, auf der das druckende Material sicher befestigt werden kann.

Eigenschaften der BO-PET-Folie optimont® MF-SC

BO-PET-Folie – biaxial orientierte Polyesterfolie – verleiht den daraus produzierten optimont® MF-SC -Folien ihre grundlegenden Eigenschaften. Durch den Reckvorgang in Maschinenrichtung und quer zur Maschinenrichtung wird die Qualität der PET-Folie in den Bereichen Reißfestigkeit, Hitzebeständigkeit, Dimensionsstabilität, Resistenz gegenüber vielen chemischen Stoffen und Wasserfestigkeit noch verbessert. optimont® MF-SC-Folie wird in beidseitig glatter und trüber Qualität gefertigt. Das SC im Foliennamen bezeichnet die optische Qualität der Folie. Es kürzt den englischen Begriff „semi-clear“ ab, was man mit semi-klar übersetzen könnte, was die optisch trübe Qualität der Folie beschreibt.

Für technische Anwendungen sind die guten, elektrischen Eigenschaften, die mechanische Belastbarkeit und die Resistenz gegenüber vielen Chemikalien wichtig. Die Temperaturbeständigkeit von optimont® MF-SC-Folie reicht von minus 70° bis plus 150° Celsius. Der Schmelzpunkt liegt bei 252° Celsius.

VTM-2 Konformität von optimont® MF-SC -Folie

Der VTM-Standard ist eine Norm der Underwriters Laboratories (UL) zum Brandschutzverhalten von Folien. UL ist eine US-amerikanische Firma, deren seit über 100 Jahren erarbeitete Standards zum Brandschutz inzwischen weltweit angewandt werden. Die Norm UL 94 beschäftigt sich mit dem Brandverhalten von Kunststoffen und der darin enthaltene VTM-Standard teilt Kunststofffolien in Brandschutzklassen ein. Die UL-Normen werden teilweise von anderen Normierungseinrichtungen wie zum Beispiel der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (ICE) übernommen oder berücksichtigt für die Formulierung eigener Normen. Für den Zugang zum US-Markt ist die Zertifizierung nach UL 94 für eine Folie eine unabdingbare Voraussetzung, denn UL verfügt über eine Zulassung der OSHA (Occupational Safety and Health Administration), die den Marktzugang in den USA regelt. Für optimont® MF-SC liegt für die Stärken 250 und 300 μm eine VTM-2-Zertifizierung vor.

Brandschutzklassen nach dem VTM-Standard

Der in der Norm UL94 definierte VTM-Standard weist drei Brandschutzklassen auf: VTM-2, VTM-1, VTM-0. Letztere ist die höchste Brandschutzklasse, aber auch in den Klassen VTM-1 und VTM-2 sind spezifische Brandschutzeigenschaften definiert. Diese werden mit normierten Tests überprüft und zertifiziert. Die VTM-2 Zertifizierung mit der optimont® MF-SC-Folie ausgestattet ist, gibt Auskunft darüber, in welchen brandschutzrelevanten Bereichen die Folie eingesetzt werden kann. Unter Folienkunden werden auch die Begriffe V-2-Folie und UL 94 Folie verwendet, um Folien zu bezeichnen, die nach VTM-Standard zertifiziert sind. Die Zertifizierung gilt nur für Folienstärken bis 300 μm. Die dickere optimont® MF-SC-Folie mit 350 μm Stärke Kunststoffe wird nach anderen Kriterien bewertet.

Stärken und Formate der optimont® MF-SC-Folie

optimont® MF-SC-Folie ist in den Stärken 250, 300 und 350 μm lieferbar. Die dickste Folie mit 350 μm fällt nicht unter die VTM-Zertifizierung. optimont® MF-SC-Folie ist in gängigen Formatzuschnitten lieferbar, außerdem wird die Folie auch als Rollenware konfektioniert als Kurz- oder Schmalrollen, in Masterrollen und Mutterrollen.

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