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Folien-Lexikon

semi-clear Polyesterfolie

semi-clear Polyesterfolie – technische Folie aus BO-PET

Der Begriff semi-clear Polyesterfolie bezeichnet eine BO-PET-Folie, die zwar durchsichtig, aber nicht glasklar ist, sondern „semi-klar“. Das dazu passende Bleher Produkt ist die Folie optimont® MF-SC, die als technische Folie oder auch als Schablonenfolie eingeordnet wird. Das „SC“ im Produktnamen steht für die Durchsichtigkeit und kommt vom Englischen „semi-clear“, also halb-klar. Als Schablonenfolie wird das Produkt bei Bleher in den Qualitäten semi-clear, glasklar und milchig-weiß geliefert. Das Kürzel „MF“ im Produktnamen steht für Montagefolie und stammt aus der Drucktechnik. Der Begriff bezeichnete eine Folie, auf der Filme für einen Druckvorgang „montiert“ wurden. Da heute meist andere Verfahren wie zum Beispiel Computer to Plate benutzt werden, um ein Druckbild zu erzeugen, wird die Folie dafür nur noch in Ausnahmefällen genutzt. Der Name ist aber für Folien dieser Qualität geblieben. In anderen Bereichen der Drucktechnik werden die Folien durchaus noch verwendet.

Andere Anwendungsbereiche für semi-clear Polyesterfolie

Neben der Drucktechnik wird semi-clear Polyesterfolie in vielen technischen Bereichen eingesetzt. Ob als Trennfolie, Schutzfolie oder zur elektrischen Isolierung von Bauteilen, die Folie aus BO-PET-Material überzeugt durch ihre sehr guten mechanischen, chemischen und physikalischen Eigenschaften. Auch ihre elektrischen Eigenschaften machen semi-clear Polyesterfolie für viele Anwendungen interessant.

Überblick über Einsatzbereiche von semi-clear Polyesterfolie als technische Folie

  • Als Trennfolie dient semi-clear Polyesterfolie bei Produktionsprozessen, bei denen Produkte mit Hilfe einer Form gegossen oder in eine Form eingeblasen werden. Durch die Verwendung einer Trennfolie lässt sich das Produkt einfacher von der Form lösen. Die Trennfolie wird anschließend vom Produkt abgezogen und kann unter Umständen sogar mehrfach genutzt werden. Bei der Herstellung von GFK-Bauteilen ist die Arbeit mit Trennfolie eine oft angewandte Methode. Auch für Formteile aus anderen Materialien kann die Benutzung einer Trennfolie hilfreich sein.
  • Der Begriff Prozessfolie bezeichnet Einsatzbereiche von semi-clear Polyesterfolie, die der Unterstützung industrieller Fertigungsprozesse als Transporthilfefolien oder Trägerfolien dienen. Besonders empfindliche, dünne Schichten oder Bauteile werden durch semi-clear Polyesterfolie als Trägermaterial sicher durch einen Produktionsprozess geleitet. semi-clear Polyesterfolie trägt zur Prozessstabilisierung bei, indem sie flexiblen oder dünnen Materialien während des Herstellungsprozesses mechanische Stabilität verleiht. Das trifft zum Beispiel für die Herstellung von Leiterplatten, Displays oder dünnen Membranen zu, die aus dünnen Folien, Schäumen oder textilen Materialien gefertigt werden. Auch als chemische oder thermische Barriere werden die Folien eingesetzt. Bei Fertigungsprozessen wie Heißsiegeln, Laminieren oder Pressen dient semi-clear Polyesterfolie als Schutzschicht gegen Hitze oder chemische Reaktionen.
  • semi-clear Polyesterfolie wird in vielen Bereichen als Schutzfolie gegen Staub, Feuchtigkeit und Kratzer eingesetzt. Auch vor negativen chemischen Einflüssen schützt semi-clear Polyesterfolie, so etwa Gerätebestandteile im elektrischen oder elektrotechnischen Gerätebau.
  • Beim Bau von Generatoren, Elektromotoren und ähnlichen Geräten dient semi-clear Polyesterfolie als Isolierfolie. Diese Funktion erfüllt sie auch in elektronischen Schaltungen oder bei der Herstellung von Kabeln.
  • Auch im Bereich Automotive wird semi-clear Polyesterfolie zu Schutzzwecken verwendet oder als Isolierung eingesetzt.
  • Aus stärkeren semi-clear Polyesterfolien werden Stanzteile aller Art hergestellt.

semi-clear Polyesterfolie im Bereich Druck, Kunst und Design

Der Einsatzbereich von Montagefolien in der Drucktechnik, der den Folien ihren Namen gegeben hat, wird zwar nicht mehr häufig mit semi-clear Polyesterfolie umgesetzt, spielt aber im künstlerischem Umfeld noch immer eine Rolle. So werden für Kunstwerke oder Designobjekte aus ästhetischen Gründen weiterhin traditionelle Drucktechniken verwendet. Beim Flexodruck werden flexible Druckplatten aus Gummi oder Photopolymer verwendet. Für diese Platten wird eine Trägerfolie benötigt, die aus semi-clear Polyesterfolie bestehen kann.

Ähnliches gilt für andere Druckverfahren. Beim Hochdruck verwendete Klischees werden bei bestimmten Druckverfahren auf einer semi-clear Polyesterfolie montiert. Die Begrifflichkeiten sind zudem in stetigem Wandel. Der Begriff Klischee wird zum Beispiel aktuell auch für Fotopolymerplatten im Flexodruck verwendet. Unabhängig davon, welches Druckverfahren angewendet wird, der Einsatzbereich der semi-clear Polyesterfolie ist immer ähnlich: Es wird eine mechanisch belastbare, dimensionsstabile und hitzebeständige Trägerfolie gebraucht, auf der das druckende Material für den Druckprozess sicher befestigt wird.

Eigenschaften der zugrundeliegenden BO-PET-Folie

Die grundlegenden Eigenschaften wird semi-clear Polyesterfolie durch ihre biaxiale Orientierung verliehen. Durch einen Dehnvorgang in Maschinenrichtung und quer dazu wird unter Wärmezufuhr die Kristallinität der PET-Folie verändert. Das führt zu den guten Werten in den Bereichen Reißfestigkeit, Hitzebeständigkeit und Dimensionsstabilität. Es verbessert auch die Resistenz gegenüber chemischen Stoffen und Wasser. Die semi-clear Polyesterfolie optimont® MF-SC wird in beidseitig glatter und trüber Qualität gefertigt.

Für technische Anwendungen sind, neben der mechanischen Belastbarkeit und der Resistenz gegenüber vielen Chemikalien, die guten, elektrischen Eigenschaften der Folien wichtig. Der Schmelzpunkt von BO-PET-Folie liegt bei 252° Celsius, was einer Temperaturbeständigkeit von mindestens minus 70° bis plus 150° Celsius entspricht.

VTM-2 Konformität der semi-clear Polyesterfolie optimont® MF-SC

Die VTM- Norm ist ein Standard der von den Underwriters Laboratories (UL) entwickelt wurde und das Brandschutzverhalten von Folien bewertet. Die UL sind eine US-amerikanische Firma, die sich seit über 100 Jahren mit Brandschutzstandards beschäftigt. Ihre Standards werden inzwischen weltweit angewendet. Die Norm UL 94 bewertet das Brandverhalten von Kunststoffen. Der darin enthaltene VTM-Standard ermöglicht eine Einteilung von Kunststofffolien in Brandschutzklassen. Die UL-Normen werden häufig von anderen Normierungseinrichtungen übernommen. Oder Einrichtungen wie die Internationale Elektrotechnische Kommission (ICE) berücksichtigt die UL-Standards für die Formulierung der eigenen Normen. Wer für ein Folienprodukt Zugang zum US-Markt haben will, für den ist die Zertifizierung nach UL 94 eine unabdingbare Voraussetzung, denn nur UL verfügt über eine entsprechende Zulassung der OSHA (Occupational Safety and Health Administration), die für den Marktzugang in den USA zuständig ist. Für die semi-clear Polyesterfolie optimont® MF-SC liegt eine VTM-2-Zertifizierung für die Stärken 250 und 300 μm vor.

Im VTM-Standard definierte Brandschutzklassen

Der VTM-Standard weist drei Brandschutzklassen für Folien auf: VTM-2, VTM-1 und VTM-0. Letztere ist die Brandschutzklasse mit den höchsten Anforderungen. Aber auch für die Klassen VTM-1 und VTM-2 sind Brandschutzeigenschaften definiert, die in normierten Tests überprüft werden. Anhand der VTM-2 Zertifizierung mit der die semi-clear Polyesterfolie optimont® MF-SC ausgestattet ist, kann abgeleitet werden, für welche brandschutzrelevanten Bereichen die Folie geeignet ist. Die Begriffe V-2-Folie und UL 94 Folie werden verwendet, um nach VTM-Standard zertifizierte Folien zu bezeichnen.

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